Seit einigen Jahren gibt es einen Trend zur Kreuzung von reinrassigen Hunden unterschiedlicher Rassen, um dadurch Hybrid-Hunde (sogenannte Designer-Hunde oder Designer-Dogs) zu züchten. Das wohl bekannteste Beispiel ist der Labradoodle. Diesen Hunden werden teilweise verschiedene Vorteile im Vergleich zu Rassehunden zugeschrieben – doch was ist dran am Hybrid-Hype?
Designer Dogs

Was sind Designer-Dogs?
Bei Designer-Dogs oder Hybrid-Hunden handelt es sich um Hunde, die aus der Kreuzung von reinrassigen Hunden unterschiedlicher Rassen entstanden sind. Beispiele sind Cockapoo (Kreuzung aus Pudel und English Cocker Spaniel), der Labradoodle (Labrador und Pudel), der Cavapoo (Cavalier King Charles Spaniel und Zwergpudel), der Sprocker (Springer Spaniel und Cocker Spaniel) und der Goldendoodle (Golden Retriever und Pudel). Diese Hunde werden in der Regel nicht untereinander weiterverpaart, sondern es sie werden in jeder Generation wieder aus reinrassigen Hunden ihrer Ursprungsrassen gezüchtet.
Welche Vorteile haben Designer-Dogs angeblich?
Befürworter von Designerdogs behaupten häufig, die so gezüchteten Hunde hätten zahlreiche Vorteile wie hypoallergene Eigenschaften, eine verbesserte Gesundheit oder ein verbessertes Sozialverhalten. Aktuell gibt es keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die diese Behauptungen stützen. Einige Behauptungen konnten inzwischen in entsprechenden Studien widerlegt werden (s. u.).
Sind Designer-Dogs tatsächlich gesünder als Rassehunde?
Nein. Die Gesundheit von Designer-Hunden im Vergleich zu Ihren reinrassigen Elterntieren, wurde in 2024 von einer Forschergruppe des renommierten Royal Veterinary College in London in der bisher weltweit größten Studie zur Gesundheit von Designer-Hunden untersucht (The doodle dilemma: How the physical health of ‘Designer-crossbreed’ Cockapoo, Labradoodle and Cavapoo dogs’ compares to their purebred progenitor breeds | PLOS One ). Wie die Forscher herausfanden, unterschied sich die Gesundheit der Designer-Hunde nicht von der ihrer reinrassigen Eltern.
Welche Risiken sind mit der Anschaffung von Designer-Hunden verbunden?
Wie eine andere Studie zeigte, werden Designer-Hunde vermehrt außerhalb kontrollierter Zuchtverbände und ohne sinnvolle Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere gezüchtet (How much is that doodle in the window? Exploring motivations and behaviours of UK owners acquiring designer crossbreed dogs (2019-2020) | Companion Animal Health and Genetics | Full Text). Auch zeigten die Käufer von Designer-Welpen in dieser Studie häufig unrealistische Erwartungen an ihre neuen Familienmitglieder (leicht zu trainieren, extrem gesund, hypoallergen, leicht in das Leben ihrer Besitzer zu integrieren). Da die Hunde diese unrealistischen Erwartungen nicht erfüllen können, bestand eine erhöhte Gefahr zur Abgabe von Designer-Hunde durch ihre neuen Besitzer. Zudem zeigen manche Designerdogs sogar vermehrt unerwünschte Eigenschaften wie aggressives Verhalten, als Vertreter der Rassen, aus denen sie gezüchtet wurden.
Was sollten Hundeinteressenten zum Thema Designer-Hunde wissen?
Designer Dogs sind – genau wie ihre reinrassigen Eltern – ganz normale Hunde.
Hundeinteressenten sollten sich zunächst grundsätzlich überlegen, ob ein Hund in ihr Leben passt und sie diesem in allen Belangen ein gutes Zuhause und eine gute Betreuung bieten können. Sie sollten ihre Entscheidung nicht anhand von falschen Annahmen einer besseren Gesundheit von Designer-Kreuzungen fällen, sondern sich lieber im Einzelfall über die gesundheitlichen Eigenschaften der jeweiligen Rasse oder Kreuzung, ihrem Temperament und ihren Anforderungen bezüglich Verhalten und Pflege informieren.
Außerdem sollte das neue Familienmitglied – egal ob Rasse- oder Designerhund – möglichst von einer Quelle stammen, bei der sinnvolle Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere vor der Zucht durchgeführt werden, großen Wert auf das Wohlergehen der Hunde gelegt wird und ein Kennenlernen der Welpen und ihrer Mutter durch den zukünftigen Hundebesitzer möglich ist.